Wohnungsgipfel für Emden: Barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum fehlt!

Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen im Emder Rat

Die Grünen im Rat sind sich mit den Vertretern des Beirates für Menschen mit Teilhabeeinschränkung einig: Mit einem Emder Wohnungsgipfel soll die Lösung der Probleme auf dem Wohnungsmarkt angeschoben werden. Dies ist das Ergebnis eines online durchgeführten Gespräches zwischen Vertretern der Grünen-Ratsfraktion und des Beirats für Menschen mit Teilhabeeinschränkung.

Die Beirats-Vertreter Christian Züchner und Jörn Malanowski machten deutlich, dass es in Emden an barrierefreiem und bezahlbarem Wohnraum fehle. Daran habe sich auch nach dem vom Beirat durchgeführten Teilhabeforum 2016 nichts geändert. Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Renken bemängelte die unzureichende Umsetzung des Sozialen Wohnraumversorgungs- und Wohnraumentwicklungskonzeptes und fordert: „Die Emder Wohnungsmarktakteure sollten gemeinsam an Lösungen arbeiten.“

Es ist notwendig, dem steigenden Anteil älterer Menschen bedarfsgerechte barrierefreie und bezahlbare Wohnangebote zu bieten, sagt Christian Züchner vom Beirat. Dies sei möglich. Jörn Malanowski weist darauf hin, dass die durchschnittlichen Mehrkosten für barrierefreie Wohnungen lediglich bei 1 – 2 Prozent liegen sollen. „Wir Grüne wollen eine politisch beschlossene, verbindliche Quotenregelung für bezahlbare und barrierefreie Wohnungen bei allen größeren Bauvorhaben“, bekräftig André Göring für die Fraktion. Bernd Renken ergänzt: „Eine Vereinbarung für bezahlbares Wohnen zwischen Stadt und Wohnungsbaugesellschaften, wie es im Sozialen Wohnraumversorgungs- und Wohnraumentwicklungskonzept vorgeschlagen, ist überfällig.“


Hintergrund:

Im Sozialen Wohnraumversorgungs- und Wohnraumentwicklungskonzeptes heißt es, dass nahezu ein Drittel der Emder Haushalte ein Anrecht auf eine geförderte Wohnung hat. Beinahe die Hälfte aller Einpersonenhaushalte hat ein Einkommen innerhalb der Einkommensgrenzen der Wohnraumförderung Niedersachsens. Vielen Einwohner*innen mit geringen Einkommen bleibt deshalb bei steigenden Mieten noch weniger Geld zum Leben übrig.

Trotz des hohen Bedarfes an geförderten Wohnungen hat sich jedoch seit dem Jahr 2000 die Zahl der Sozialwohnungen fast halbiert. 2017 gab es in Emden noch 549 öffentlich geförderte Wohnungen. Das entspricht etwa 2 % des gesamten Wohnungsbestandes und rund 4 % aller Mietwohnungen. Damit ist der Anteil geförderter Wohnungen in Emden deutlich kleiner als in anderen Städten ähnlicher Größe und Zentralität. Bis 2029 werden beinahe weitere 300 Wohnungen aus der Bindung fallen, wenn nicht Gegenmaßnahmen getroffen werden.

 

Mit freundlichen Grüßen

Bündnis 90/Die Grünen im Emder Rat
Bernd Renken
Fraktionsvorsitzender
Am Delft 19
26721 Emden

fon/fax 04921 359503
bernd.renken@gruene-emden.de

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