Am 10.03.2026 lud unser grüner Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Emden zu einer öffentlichen Veranstaltung zum Thema „Energiewende 2.0 – Umsetzen statt Abwürgen“ in den Leckerpott ein. Als Referent war Sven Giegold, stellvertretender Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und ehemaliger Staatssekretär im BMWI unter Robert Habeck, zu Gast. Gemeinsam mit Henrik Köller von der IG Metall Emden und vielen interessierten Bürger*innen wurde diskutiert, wie die Energiewende konsequent weitergeführt und vor Ort konkret gestaltet werden kann. Im Fokus standen die Erfolge beim Ausbau der Erneuerbaren, die aktuelle Blockadepolitik in Berlin, die Folgen für Ostfriesland und notwendige nächste Schritte.
Giegold machte deutlich, dass die Energiewende bereits heute ein Erfolg ist:
„Die Energiewende ist ein Erfolgsprojekt. Es ist richtig, die Abhängigkeit von Gas und Öl aus Autokratien rasch zu vermindern.“
Er verwies auf das starke Wachstum von Wind, Solar und Speichern. Der mit Abstand größte Anteil neuer Kraftwerksleistung weltweit ist inzwischen erneuerbar – ein klarer Beleg dafür, dass die Energiewende längst ein globaler Megatrend ist. Gleichzeitig kritisierte er die Wirtschaftspolitik unter Katherina Reiche scharf: Das geplante Netzpaket mit Einschnitten bei Förderungen und Anschlussgarantien bremse Investitionen aus, rechne den zukünftigen Strombedarf klein und spiele faktisch mit einer Deindustrialisierung Deutschlands. Wie der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen Emden bereits in einer früheren Pressemitteilung zu Reiches Plänen betont hat, wäre das für die ostfriesische Wirtschaft massiv schädlich.
Henrik Köller von der IG Metall Emden schilderte eindrücklich, wie sich das aktuelle Ausbremsen der Energiewende bereits heute auf die Windenergiebranche vor Ort und in ganz Deutschland auswirkt. Sinkende Ausbauziele und unsichere Rahmenbedingungen treffen die Hersteller und Zulieferer der Windindustrie in Deutschland und unserer Region unmittelbar. Aktuelle Umfragen bei den Betriebsräten zeigen deutlich die wachsende Sorge um Arbeitsplätze und Perspektiven.


Der aktuellen Politik gegenüber stehen die grünen Pläne für eine Energiewende 2.0:
- Mehr Erneuerbare, weniger Gas: Konsequent weiter investieren in Wind und Solar statt fossile Abhängigkeiten zu erhöhen. Günstigen Strom für alle sichern.
- Netze und Speicher modernisieren: Verteil- und Übertragungsnetze digitalisieren, SmartMeter-Einbau beschleunigen, intelligente Steuerung und Speicher konsequent nutzen, um Stromspitzen zu glätten und Versorgungssicherheit zu erhöhen.
- Energie von allen für alle: Bürgerenergie, Genossenschaften und Mieterstrom stärken, damit die Wertschöpfung in den Regionen bleibt und Akzeptanz wächst.
- Energie für eine zukunftsfähige Industrie: Günstiger, sauberer Strom als wichtigster Rohstoff für die Transformation von Industrie, Handwerk und Mittelstand – damit Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in Europa bleiben.
Mit zahlreichen Gästen wurde besonders diskutiert, was lokal getan werden kann: vom Wärmenetzplan über den Ausbau von Dach-PV bis zur Ladeinfrastruktur für E-Autos. Giegold hob hervor, dass Energiewende vor Ort Akzeptanz schafft. Wichtig sei, attraktive Angebote zu machen statt ein „Muss“ zu verordnen. Kontrovers diskutiert wurden auch Einschnitte in den Natur- und Artenschutz zugunsten eines beschleunigten Ausbaus der Erneuerbaren. Giegold betonte hier, dass beide Krisen eng verbunden seien. Die größte Bedrohung für die Biodiversität sei der Klimawandel und reiche Staaten hätten gerade hier die Verantwortung zu handeln.
Der Kreisverband Bündnis 90 / Die Grünen Emden fordert deshalb vor Ort:
- Attraktive Angebote für den Ausbau von Dach-PV, auf privaten und insbesondere auf öffentlichen und gewerblichen Dächern.
- Die zügige Umsetzung der kommunalen Wäremplanung.
- Weiteren Ausbaus der Ladeinfrastruktur für E-Autos,
- Klare, verlässliche Planungsrahmen für Windenergie und Investitionen in die notwendige Infrastruktur vor Ort.
Der Ausbau von Wind, Sonne und Netzen läuft – jetzt kommt es darauf an, den Kurs zu halten und die nächste Etappe der Energiewende entschlossen anzugehen, auch und gerade hier in Ostfriesland.
Die Folien zum Vortrag von Sven Giegold finden Sie hier.
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