Zu hohe Schulabbrecherzahlen in Emden: Grüne sehen Handlungsbedarf

Pressemitteilung von Bündnis 90/Die Grünen im Rat

Die Grünen-Fraktion hat die Ergebnisse für die Stadt Emden aus der Studie des Berlin-Instituts „Die demografische Lage der Nation. Wie zukunftsfähig Deutschlands Regionen sind“ beraten.

Besorgniserregend sind für die Grünen vor allem die Bewertungen für den Bereich Bildung, in dem Emden mit der Note 5,3 den mit Abstand schlechtesten Wert für ganz Niedersachsen erhält. Dies betrifft sowohl die hohe Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss und die Jugendarbeitslosigkeit wie auch den niedrigen Anteil der hochqualifizierten Arbeitskräfte. Auffällig ist, dass die kreisfreien Städte Delmenhorst und Wilhelmshaven laut Studie eine deutlich bessere Schulabschlussquote erreichen.

Für die Grünen-Fraktion ein Grund zu fordern, das Thema im Schulausschuss und im Jugendhilfeausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Denn Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen, haben deutlich weniger Chancen auf einen Ausbildungsplatz, schlechte berufliche Perspektiven und werden vielfach abhängig von staatlichen Transferleistungen. Laut Berufsbildungsbericht 2019 schließen zwei von drei Schulabbrechern keine Ausbildung ab. Nach Auffassung der Fraktion muss geprüft werden, wie wirksam die Emder Konzepte sind, wo Verbesserungsbedarf besteht und was man von Städten lernen kann, die deutlich bessere Schulabschlussquoten erreichen.

Emden hat in den vergangenen Jahren zwar erhebliche Investitionen in den Bau und die Modernisierung der Schulen geleistet, die Schulsozialarbeit durch zusätzliches Personal ausgeweitet und Projekte wie „Deine Chance“ gegen Schulabbruch auf den Weg gebracht, dies spiegelt sich jedoch bislang, wenn man den Daten der Untersuchung folgt, nicht in einer akzeptablen Schulabschlussquote wider. Die Regionaldatenbank der statistischen Landesämter weist für Emden 2017 eine Quote von 8,7 % für Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss aus (52 Schülerinnen und Schüler bei 597 Schulabgängern). Der Landesdurchschnitt liegt bei 5,86 %. Die Top-Zielsetzung der Stadt im Bereich Bildung und Erziehung „Die Schulabschlussquoten sollen nicht schlechter sein als im Landesdurchschnitt“ wird damit trotz dieser Maßnahmen weiterhin deutlich verfehlt. Damit besteht für die Grünen-Fraktion Handlungsbedarf.