Conrebbersweg: Umweltminister Lies unterstreicht große Bedeutung für Artenvielfalt Janssen-Kucz: Bebauungsplan Conrebbersweg sofort stoppen!

Das niedersächsische Umweltministerium spricht sich dringend für einen Erhalt der Gebiete aus Naturschutzgründen im geplanten Baugebiet „Conrebbersweg Emden“ aus, wie aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Grünen Landtagsabgeordneten Meta Janssen-Kucz und Christian Meyer hervorgeht.

Meta Janssen-Kucz, MdL

Das Gebiet besteht zu 90 Prozent aus geschützten Landschaftsbestandteilen und Biotopen, es ist die letzte größte Fläche von artenreichen sogenannten mesophilem Grünland. Dort brüten viele streng geschützte, teils auf der Roten Liste stehenden Vogelarten wie Bekassine, Wiesenpieper und Eisvogel. Die Flächen erfüllten alle Voraussetzungen, als Naturschutzgebiet ausgewiesen zu werden, erklärt das Ministerium. Das Land fordert die Stadt sogar auf, die Baupläne im Sinne des Naturschutzes zu stoppen. „Die deutlichen Worte des Umweltministeriums bestätigt unsere Forderung, zuerst auf das Baugebiet zu verzichten“, sagt die Abgeordnete Janssen-Kucz.

„Das Land ist zudem dabei, einen landesweiten Biotopverbund aufzubauen, ein Netz von Naturflächen, das Lebensräume und Wanderkorridore für Tiere und Pflanzen schützen soll. Conrebbersweg-West ist Teil dieses Biotopverbunds, dies ist im Landschaftsrahmenplan der Stadt Emden auch so vorgesehen. Die Stadt kann stolz auf dieses artenreiche Areal sein und ist daher gut beraten, es unter Schutz zu stellen“, so Meta Janssen-Kucz.

Bernd Renken, Fraktionsvorsitzender

Bernd Renken, Fraktionsvorsitzender sagt: „Wir sehen uns mit dieser Stellungnahme des Umweltministeriums in unserer Kritik an dem Mega-Baugebietes ohne Abstriche bestärkt und fordern die Verwaltung und die anderen Fraktionen im Rat zum Umdenken auf. Eine Wohnraumversorgung, die auf der unwiederbringlichen Zerstörung der ökologisch wertvollsten Flächen Emdens beruht, ist nicht zukunftsfähig.“ Er weist zudem darauf hin, dass die Niedersächsische Landgesellschaft Grundeigentümer in Conrebbersweg-West ist. „Wir fragen uns, inwieweit diese landeseigene Gesellschaft Konsequenzen aus der Stellungnahme des auch für das Bauen zuständigen Ministeriums zieht.“

Sebastian Borchers, Kreisvorsitzender

Der Kreisvorsitzende der Emder Grünen Sebastian Borchers benennt Alternativen: „Es ist an der Zeit, eine wirklich intelligente, nachhaltige Stadtplanung mit Nachverdichtung, Lückenbebauung und Förderung von Nachnutzung durch die Wiederaufnahme des Programms „Jung kauft alt“ mit dem Fokus auf bezahlbarem Wohnraum auf den Weg zu bringen.“