Wir wollen Umwelt und Klima schützen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten und die Lebensqualität zu erhöhen.
Bäume, Grünflächen, sauberes Wasser, gesunde Böden, Hochwasserschutz. Das ist gelebter Klimaschutz
und mehr als Verschönerung: Das ist die Versicherung dieser Stadt gegen Hitze, Starkregen und
schlechte Luft.
Die Folgen des Klimawandels sind längst auch in Emden spürbar. Aus diesem Grund wollen wir die
Klimafolgenanpassung zu einem festen Bestandteil kommunaler Planungen machen. Dazu gehören
wirksame Maßnahmen gegen zunehmende Hitzebelastungen im öffentlichen Raum, beispielsweise
durch mehr Schatten, zusätzliche Bäume, Trinkwassermöglichkeiten und klimaangepasste
Aufenthaltsflächen. Ebenso müssen Wassermanagement und Hochwasserschutz stärker berücksichtigt
werden. Bei Neubauten, Sanierungen und der Stadtentwicklung insgesamt sollen Starkregenereignisse
und Überschwemmungsrisiken von Anfang an mitgedacht werden. Unser Ziel ist eine klimaresiliente
Stadt, die Menschen, Infrastruktur und Natur besser vor den Folgen des Klimawandels schützt und
gleichzeitig eine hohe Lebensqualität bietet.
Das Wattenmeer und das ostfriesische Marschland sind einzigartige Natur- und Lebensräume, die wir
für kommende Generationen erhalten wollen. Daher unterstützen wir den Beitritt Emdens zur
Entwicklungszone des Biosphärenreservats Wattenmeer und möchten die Chancen für nachhaltige
Entwicklung, Umweltbildung, Naturtourismus und regionale Wertschöpfung aktiv nutzen. Gleichzeitig
lehnen wir eine weitere Vertiefung oder Ausweitung der Außenems ab. Der Schutz des Wattenmeers,
seiner Artenvielfalt und seiner ökologischen Funktionen muss Vorrang vor weiteren Eingriffen in die
Natur haben.
Auch die verbleibenden Feuchtwiesen und anderes Grünland in und um Emden wollen wir schützen
und stärken. Sie stellen wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dar, leisten einen
Beitrag zum Klimaschutz und prägen unsere regionale Kulturlandschaft. Gerade Wiesenvögel wie
Kiebitze, Uferschnepfen oder Brachvögel bedürfen unseres Schutzes, aber selbst in den
Vogelschutzgebieten, die fast ein Fünftel der Fläche Emdens ausmachen, gehen ihre Bestände dramatisch
zurück. Dabei ist uns bewusst, dass unterschiedliche Nutzungsinteressen aufeinandertreffen können.
Solche Zielkonflikte zwischen Natur- und Klimaschutz mit Wirtschafts-, Agrar- und Freizeitinteressen
wollen wir offen und transparent diskutieren, um gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen.
Natur- und Artenschutz beginnen direkt vor unserer Haustür. Deshalb wollen wir invasive Pflanzenarten
wie den Japanischen Staudenknöterich konsequent bekämpfen und gleichzeitig heimische Gehölze und
naturnahe Lebensräume stärken. Kommunale Grünflächen sollen stärker zur Förderung der
Artenvielfalt beitragen und als vernetzte grüne Inseln für Insekten, Vögel und andere Tiere dienen. Dazu
gehören insektenfreundliche Begrünung, Vogelschutzgehölze, Blühflächen und geeignete Nisthilfen. Auf
dem gemeinsamen Weg hin zur pestizidfreien Kommune wollen wir Emden stetig voran bringen.
Gleichzeitig möchten wir Naherholung und Naturschutz zusammen denken. Der Emder Wall, der
Stadtwald, die Flächen am Petkumer Deichvorland und das Uphuser Meer sollen als wertvolle Natur-
und Erholungsräume erhalten, geschützt und behutsam weiterentwickelt werden. Sie tragen zur
Lebensqualität unserer Stadt bei und bieten wichtige Rückzugsräume für Mensch und Natur. Gebiete mit
hoher Dichte und Vielfalt an Vogelarten im Stadtgebiet (Petkumer Deichvorland, Meeden oder Knock)
sollten vorsichtig mit Führungen, Aussichtspunkten oder anderen Bildungsangeboten erfahrbar gemacht
werden.
Zum Schutz unseres Baumbestandes setzen wir uns für eine effektive Baumschutzsatzung mit klaren und
nachvollziehbaren Regelungen ein. Ersatzpflanzungen sollen grundsätzlich nach dem Prinzip „Drei neue
Bäume für einen gefällten“ statt 1:1 erfolgen, um den Verlust ausgewachsener Bäume besser
auszugleichen. Verstöße gegen die Satzung müssen konsequent verfolgt und mit angemessenen
Bußgeldern geahndet werden. Darüber hinaus unterstützen wir Maßnahmen zur Reduzierung von
Feuerwerksbelastungen, um Menschen, Tiere und Umwelt besser zu schützen.
Wir wollen Emden klimaresilienter und lebenswerter gestalten. Deshalb setzen wir uns für mehr
Flächenentsiegelung in der Innenstadt und in den Wohnquartieren ein. Entsiegelte Flächen verbessern
das Stadtklima, fördern die Versickerung von Regenwasser und helfen dabei, die direkten Folgen von
Starkregen und Hitzeperioden abzumildern. Dafür möchten wir Anreize für private und gewerbliche
Eigentümer:innen schaffen und gezielt über die Vorteile naturnaher Gartengestaltung informieren.
Haushalte sollen Informationen zu pflegeleichten, biodiversitätsfördernden Alternativen zu Kies- und
Schottergärten erhalten. Gleichzeitig muss das bestehende Verbot von Schottergärten konsequent
umgesetzt werden.
Bei der dementsprechenden zukünftigen Stadtentwicklung wollen wir das Schwammstadt-Prinzip
stärker berücksichtigen. Dazu soll Regenwasser möglichst vor Ort gespeichert, genutzt und versickert
werden – beispielsweise durch begrünte Dächer, Rigolen, Mulden und andere dezentrale
Wasserrückhaltesysteme. So schützen wir unsere Stadt besser vor Starkregenereignissen und verbessern
gleichzeitig das Mikroklima.
Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibt für uns selbstverständlich weiterhin ein zentraler Standpfeiler
des Klimaschutzes. Wir wollen die Nutzung von Solarenergie auf Dächern weiter voranbringen,
Mieterstrommodelle stärken und Bürger:innen intensiver an der Energiewende beteiligen.
Bürgerenergieprojekte ermöglichen Wertschöpfung vor Ort, sodass möglichst viele Menschen direkt von
der Energiewende profitieren können.
Wir setzen uns für eine flächendeckende Biotonne für Haushalte ein, um mehr organische Abfälle
sinnvoll zu verwerten und die Restmüllmengen zu reduzieren. Gleichzeitig wollen wir dezentrale
Entsorgungs- und Wertstoffsammelstellen in den Stadtteilen stärken, damit Entsorgungsangebote für
alle Bürger:innen wohnortnah und unkompliziert erreichbar sind. Vorbilder wie die Angebote in
Barenburg zeigen, wie kurze Wege und gute Erreichbarkeit die Nutzung erleichtern können.
Die Müllvermeidung hat für uns Vorrang vor Entsorgung. Deshalb unterstützen wir die Einführung
einer kommunalen Verpackungssteuer nach dem Vorbild Tübingens, um Einwegverpackungen zu
reduzieren und Mehrwegsysteme attraktiver zu machen.
Ressourcenschutz und Umweltbildung gehören für uns untrennbar zusammen. Durch die stärkere
Vernetzung von Kitas, Schulen, Umweltverbänden und außerschulischen Lernorten wollen wir
Naturbildung dauerhaft in unserer Stadt verankern und Umweltbildung stärken, damit Müllvermeidung
mehr ins Bewusstsein für alle Generationen rückt.
Dazu wollen wir grüne Natur- und Bildungsangebote, wie z.B. den Außerschulischen Lernort das
Ökowerk oder Blühendes Emden e.V., in Emden weiter stärken und entwickeln. Dazu gehören
Umweltbildungsangebote, Schulgärten, Naturerlebnisräume, Lernorte im Freien sowie Projekte von
Vereinen, Verbänden und Initiativen, die Natur- und Klimaschutz erlebbar machen. Kinder, Jugendliche
und Erwachsene sollen die Möglichkeit haben, ihre Umwelt unmittelbar zu erfahren, kennenzulernen
und ökologische Zusammenhänge besser zu verstehen. Durch die stärkere Vernetzung von Kitas,
Schulen, Umweltverbänden und außerschulischen Lernorten wollen wir Naturbildung dauerhaft in
unserer Stadt verankern und für alle Generationen zugänglich machen. Darüber hinaus möchten wir
Konzepte wie beispielsweise GreenKayak fördern, hierbei können Bürger:innen kostenfrei Kajak fahren
und gleichzeitig Müll aus Gewässern und Uferbereichen sammeln. So verbinden wir Umweltbildung,
Freizeit und aktiven Naturschutz.
Die Ziele sind ehrgeizig, aber wir sind sicher: Erfolgreicher Natur- und Klimaschutz kann und muss
gelingen. Dafür braucht es Akzeptanz, Dialog und eine sorgfältige Abwägung der verschiedenen
Interessen.
Folge uns ...















