Bildung-Kommunalwahlprogramm 2026

Bildung muss durchlässig sein, Wahlmöglichkeiten sichern und unter guten Bedingungen stattfinden. Lernorte sollen gute Orte für alle Menschen sein, mit Hilfen und Unterstützung, Beteiligungsmöglichkeiten und sozialem Zusammenhalt, der aktiv gefördert wird.

Bildung ist zentral für die Zukunft unserer Gesellschaft und Demokratie – unabhängig von Alter und

sozialer Herkunft. Wir unterstützen Bildung von Beginn an, ob in der Villa am Ring, in Bildungsträgern,

Kindertageseinrichtungen, Schulen, der Volkshochschule, der Hochschule Emden/Leer und überall da,

wo Menschen zusammenkommen und lernen.

Gute Bildung braucht gute Kitas. Wir setzen uns deshalb für die weitere Umsetzung des sogenannten

„Emder Modells“ ein, das eine dritte Fachkraft in Krippengruppen vorsieht. Hierbei streben wir auch die

Wiedereinführung einer Begrenzung der Gruppengrößen in Kindergärten auf 22 Kinder an; mit dem

mittelfristigen Ziel, sie auf 18 Kinder je Gruppe abzusenken.

Wir wollen die Wahlfreiheit für Kinder und Eltern erhalten – Bildungswege müssen echte

Entscheidungen bleiben und dürfen nicht vom System vorgegeben werden. Wir setzen uns dafür ein,

dass alle Schüler:innen die gleichen Chancen auf ihren individuellen Bildungsweg haben. Dazu gehört

auch, die Wahlfreiheit für abgehende Kinder ab Jahrgang 6 vom Gymnasium zu sichern. Gleichzeitig

wollen wir die Zusammenarbeit zwischen den Schulformen zu einer solidarischen Emder

Schullandschaft ausbauen. Mehr Kooperation statt Konkurrenz schafft bessere Bildungsangebote für alle,

stärkt den Zusammenhalt und eröffnet Kindern und Jugendlichen vielfältige Perspektiven für ihre

Zukunft.

Um dem Broken-Window-Effekt entgegenzuwirken, müssen Kitas und Schulen in einen Zustand

versetzt werden, der gutes Lernen und Arbeiten ermöglicht. Deshalb wollen wir den Sanierungsstau und

notwendige Investitionen nicht länger aufschieben. Kinder, Jugendliche und Beschäftigte brauchen

verlässliche Lernumgebungen mit sicheren Gebäuden, funktionierender Ausstattung und einer

modernen Infrastruktur, die ihre Gesundheit erhält und stärkt. Gut ausgestattete Bildungsorte sind die

Grundlage für Chancengerechtigkeit, erfolgreiche Bildung und eine starke Zukunft für Emden.

Auch die digitale Bildung muss zuverlässig funktionieren und für alle zugänglich sein. Deshalb wollen

wir die bestehende Anlaufstelle der Stadt Emden für Eltern bei Problemen mit schulischen Endgeräten

stärken und besser ausstatten. Gleichzeitig setzen wir uns für eine verlässliche Finanzierung der digitalen

Ausstattung an den Schulen ein, damit Geräte, Software und technische Unterstützung kontinuierlich

gesichert sind. Digitale Bildung gelingt nur gemeinsam. Deshalb möchten wir Fortbildungsangebote für

Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern ausbauen, damit alle die notwendigen Kompetenzen erwerben

können, um die Chancen der Digitalisierung sicher und verantwortungsvoll nutzen.

Schulen sollen Lernorte sein, an denen sich alle Menschen willkommen fühlen und die Unterstützung

erhalten, die sie für ihren Bildungsweg benötigen. Ein empathisches Miteinander, echte

Beteiligungsmöglichkeiten und ein sozialer Zusammenhalt, der aktiv gefördert wird, sind dafür

unverzichtbar. Deshalb wollen wir Inklusion weiter stärken, Barrieren abbauen und neue Wege mutig

erproben – auch im Rahmen von Pilotprojekten.

Der Zugang zu Schulbegleitungen muss einfacher, schneller und bedarfsgerechter werden.

Gleichzeitig wollen wir die Kitas und Schulen als lebendige Quartiersorte stärken und ihre

Zusammenarbeit mit Vereinen, Kulturangeboten und außerschulischen Partnern weiter ausbauen. Wir

setzen uns für eine Stärkung des Bündnisses Ganztag ein, um verlässliche und qualitativ hochwertige

Angebote für Kinder und Familien zu generieren. Dazu gehört für uns das Ziel eines kostenfreien

Mittagessens, damit alle Kinder unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern gleichberechtigt teilhaben

können. Gesunde Ernährung bildet die Basis für gesunde Kinder, die erfolgreich lernen und leben

können.

Nachhaltige Bildung braucht nachhaltige Arbeitsbedingungen. Deshalb setzen wir uns für eine

verlässliche Personalbindung durch faire Bezahlung und attraktive Arbeitsbedingungen für

pädagogisches Personal ein. Gleichzeitig wollen wir eine Qualifizierungs- und Weiterbildungsoffensive

für Erwachsene auf den Weg bringen.

Gemeinsam mit den Emder Berufsschulen, der Hochschule Emden/Leer, den Industrie- und

Handelskammern sowie Gewerkschaften sollen Bildungs- und Weiterbildungsangebote besser vernetzt

und ausgebaut werden. So schaffen wir neue Chancen für berufliche Entwicklung, erleichtern den

Einstieg in neue Tätigkeitsfelder und stärken die Fachkräftebasis unserer Region.

Die Hochschule Emden/Leer soll noch stärker Teil des städtischen Lebens werden. Deshalb möchten wir

sie stärker in das Stadtgeschehen einbinden und die Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Stadt,

Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft ausbauen. Studierende bringen neue Ideen, Fachwissen und

Vielfalt nach Emden und sind ein wichtiger Teil unserer Stadtgemeinschaft. Wir setzen uns für mehr

bezahlbaren Wohnraum für Studierende ein und wollen den Übergang in lokale Ausbildung und

Beschäftigung erleichtern. So können wir Fachkräfte in der Region halten und Emden als attraktiven

Studien-, Lebens- und Arbeitsort weiter stärken.

Die vielfältige Expertise und der breitgefächerte Einsatz im Ehrenamt ist ein großer Schatz unserer Stadt.

Wir wollen ein Netzwerk von Expert:innen aus Vereinen, Verbänden, Kultur, Handwerk, sozialen

Einrichtungen und der Wirtschaft stärken, um Wissen, Erfahrungen und Kompetenzen

generationenübergreifend weiterzugeben. So fördern wir lebenslanges Lernen und schaffen zusätzliche

Bildungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für Menschen jeden Alters. Gleichzeitig wollen wir die

Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen stärken. Demokratie muss erlebt und geübt werden

können. Deshalb unterstützen wir Projekte wie Schule der Demokratie und Schule ohne Rassismus –

Schule mit Courage sowie die Weiterentwicklung und Stärkung des Jugendparlaments und weiterer

Beteiligungsformate für junge Menschen. Kinder und Jugendliche sollen Ideen, Anliegen und

Perspektiven aktiv einbringen und erleben können, dass ihre Stimmen gehört werden und etwas

bewirken können.

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