Demokratie und Vielfalt-Kommunalwahlprogramm 2026

Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Entscheidungen transparent und faktenbasiert sind, dass alle gehört werden und dass Demokratie und Vielfalt verteidigt werden.

Demokratie lebt vom Mitgestalten, Mitreden und Gehört Werden. Deshalb wollen wir die

Demokratiebildung in Emden stärken und Beteiligung auf allen Ebenen fördern. Als Grundlage für

politische Entscheidungen setzen wir uns für eine jährliche repräsentative Stadtumfrage ein, deren

Ergebnisse veröffentlicht werden und die als wichtiges Steuerungsinstrument für Verwaltung und Politik

dienen soll. Viele Menschen sind nicht politikmüde – sie sind es leid, nicht gehört zu werden. Deshalb

stehen wir für echte Beteiligung statt symbolischer Veranstaltungen. Dazu gehören transparente

Entscheidungsprozesse, nachvollziehbare Rückmeldungen zu eingebrachten Vorschlägen und eine

offene und ehrliche Kommunikation über politische Entscheidungen.

Wir möchten Bürger:innenräte als regelmäßiges Format für wichtige Stadtentwicklungsfragen etablieren

und die Stadtteilfonds erhalten, die es Bürger:innen ermöglichen, selbst über kleinere Budgets für

Projekte und Initiativen in ihrem Quartier zu entscheiden. Außerdem wollen wir die Beteiligung junger

Menschen ausbauen. Ein gestärktes Jugendparlament soll Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre

Interessen wirksam in die Kommunalpolitik einzubringen. Unser Ziel ist eine lebendige Demokratie, in

der Vielfalt geschätzt wird, unterschiedliche Perspektiven gehört werden und alle Menschen die

Möglichkeit haben, niederschwellig ihre Stadt aktiv mitzugestalten. Einwohnerfragestunden sollen zu

Beginn und Ende jeder Ratssitzung und gerne auch zu Themen, die nicht auf der Tagesordnung stehen,

ermöglicht werden, so dass Impulse der Bürger:innen in die weitere Arbeit des Rates mitgenommen

werden können.

Die Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger:innen müssen so einfach wie möglich sein: durch

verständliche Antragsformulare, digitale Beteiligungsmöglichkeiten und transparente Verfahren. Damit

Bürger:innen politische Entscheidungen besser nachvollziehen können, sollen Vorlagen und

Sitzungsunterlagen grundsätzlich mindestens acht Werktage vor den Sitzungen über das Rats- und

Gremieninformationsportal öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Ehrliche und transparente

Kommunalpolitik heißt aber auch, Entscheidungen, die unsere zukünftigen Lebensgrundlagen betreffen,

mit ihren Kosten und Nutzen im Vergleich offen zu benennen. Zudem setzen wir uns für namentliche

Abstimmungen zu allen Themen ein, damit nachvollziehbar ist, wie gewählte Vertreter:innen

entschieden haben.

Öffentliche Ratssitzungen sollen per Livestream übertragen werden, damit alle Interessierten

kommunalpolitische Debatten und Entscheidungen unabhängig von Zeit und Ort verfolgen können. So

stärken wir barrierefrei Transparenz, Vertrauen und die demokratische Teilhabe in unserer Stadt.

Wir wollen eine Verwaltung und Kommunalpolitik, die transparent, nachvollziehbar und für alle

zugänglich ist. Deshalb setzen wir uns für eine echte Open-Data-Kultur ein und möchten öffentliche

Informationen, Daten und Entscheidungsgrundlagen leichter zugänglich machen.

Demokratie und Vielfalt gehören untrennbar zusammen. Deshalb wollen wir Antidiskriminierungs-

und Beratungsangebote stärken, um Menschen, die von Ausgrenzung, Rassismus, Ableismus,

Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit oder Benachteiligung betroffen sind, verlässliche

Anlaufstellen zu bieten. Wir stehen für eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus,

Menschenfeindlichkeit und jede Form von Diskriminierung.

Wir stehen klar gegen verfassungsfeindliche Parteien und deren Politik. Die AfD Niedersachsen wird

durch den Niedersächsischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch („Beobachtungsobjekt

von erheblicher Bedeutung“) eingestuft. Diese Einstufung wurde im Frühjahr 2026 gerichtlich bestätigt.

Wir stellen uns entschieden gegen das rechtsextremistische menschen- und verfassungsfeindliche

Gedankengut. Wir arbeiten mit allen demokratischen Parteien darauf hin, ein gutes Emden für alle zu

schaffen.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig, dass wir eine lebendige Erinnerungskultur pflegen. Nie

wieder ist jetzt! Wir wollen die öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte Emdens fördern,

bestehende Erinnerungsorte stärken und historische Verantwortung sichtbar machen. Dazu gehört auch

die kritische Aufarbeitung des kolonialen Erbes und seinen Auswirkungen bis in die Gegenwart. Nur wer

sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt, kann die Zukunft gemeinsam, demokratisch und

respektvoll gestalten.

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